1/5
Diese Schule darf man echt nicht als Sozialfachschule bezeichnen. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, weil so viel falsch läuft. Eigentlich sollte eine Schule, die sich Sozialfachschule nennt, den Umgang mit Menschen und besonders mit jungen Leuten können. Aber was ich hier erlebt habe, zeigt genau das Gegenteil. Besonders schlimm war das Familienpraktikum in der zweiten Klasse. Eigentlich soll so ein Praktikum dazu da sein, um Erfahrungen zu sammeln, etwas zu lernen, um zu wachsen, aber ich war an einem Punkt, wo ich komplett verzweifelt war. Ich hab’s nicht mehr gepackt. Ich war emotional am Ende. Und ich habe im Gespräch mit einem Lehrer angefangen zu weinen, wirklich aus tiefster Verzweiflung. Und was macht dieser Lehrer? Statt zu helfen, statt ein offenes Ohr zu haben oder wenigstens ruhig zu bleiben, lacht er mich aus. Während ich heule. Ich dachte, ich falle vom Glauben ab. Wie kann man das machen? Wie kann man jemanden, der offensichtlich nicht mehr kann, auslachen? Und das war nicht alles. Es wurden sogar Lügen gegenüber meiner Mutter erzählt. Es ging um meine Noten. Statt ehrlich zu sagen, wie es läuft oder was los ist, wurden irgendwelche Sachen erzählt, die einfach nicht gestimmt haben sodass es dann auch noch zu einer Nachprüfung im Sommer kommen musste . Und das ist halt ein Punkt, wo’s richtig unfair wird. Wir Schüler müssen immer ehrlich und offen sein, bekommen aber selbst keine Ehrlichkeit zurück. Wie soll man da Vertrauen haben? Dann gab’s da auch noch diesen Moment mit einer Schularbeit ich hab sie geschrieben, mich bemüht, und was passiert? Sie wird einfach durchgestrichen. Komplett. Nicht mal angeschaut. Kein Feedback. Nichts. Einfach gestrichen. Als hätte ich’s nie geschrieben. Und das ist einfach respektlos. Man bemüht sich, macht sich Mühe, steckt Zeit rein und dann sowas? Das geht gar nicht. Was mich auch richtig stört, ist dieses ständige Gerede von „Respekt“. Uns wird immer gesagt, wir sollen die Lehrer respektvoll behandeln was wir auch machen. Aber wo ist der Respekt uns gegenüber? Warum ist es okay, dass wir wie Objekte behandelt werden? Als wären wir nichts wert? Wir bekommen wegen den unnötigsten Sachen einen Klassenbucheintrag. Es fühlt sich oft so an, als ob wir nur funktionieren sollen. Bloß keine eigene Meinung, bloß nicht auffallen, bloß keine Probleme machen. Aber sobald wir was brauchen oder es uns schlecht geht, ist niemand da. Und dann war da noch ein anderer Lehrer er ist zwar mittlerweile nicht mehr an der Schule, aber ich finde, das muss trotzdem gesagt werden. Der mich vor der ganzen Klasse als „Saukind“ bezeichnet. Ich meine – was?! Wie kann man so mit einem jungen Menschen sprechen? Wie kann das überhaupt zu jemand sagen, Und das an einer Schule, die einen auf Sozialkompetenz macht? Ich schreib das hier nicht, um jemanden bloßzustellen oder Drama zu machen. Aber irgendwann reicht’s einfach. Diese Schule muss lernen, mit Kritik umzugehen. Und zwar nicht nur, wenn sie von außen kommt sondern auch, wenn Schüler sagen: So geht’s nicht weiter. Wir verdienen Respekt, Unterstützung und Ehrlichkeit. Und kein Auslachen, kein Ignorieren, kein Lügen und schon gar keine Beleidigungen. Ich hoffe wirklich, dass das hier mal ernst genommen wird. Weil so, wie es jetzt ist, geht es nicht weiter. Nicht, wenn diese Schule wirklich behauptet, sie will Menschen auf soziale Berufe vorbereiten. Dann muss man das auch vorleben – und nicht nur auf Plakate schreiben. Ich bin froh diese Schule zu verlassen auch ohne Abschluss und bin froh sie nie wieder betreten zu müssen!